Visitenkarten damals und heute

1 x Visitenkarte mit Alles

Visitenkarten blicken auf eine vergleichsweise lange Geschichte zurück. Sie sind ein echter Klassiker. Zunächst wenigen Menschen aus der besseren Gesellschaft vorbehalten, hat sich ihr Gebrauch im Laufe der Jahrhunderte demokratisiert.

Geschichte der Visitenkarte ———- Visitenkarten heute

Visitenkarte auf Silbertablett wird mit weißen Handschuhen überreicht
Der Butler kündigt seiner Lordschaft unseren Besuch an: gut dass wir eine Visitenkarte haben

Heute ist das kleine Kartonstück mit den wichtigsten Angaben zu Person und Stellung zur echten Grundausstattung geworden. Doch selbst bei einem so niederschwelligen Werbemittel wie der Visitenkarte wird schnell klar: Für die professionelle Gestaltung sind praktisch alle Aspekte von Corporate Identity und Corporate Design von Bedeutung.

Eine Visitenkarte soll heute wiedererkennbar für Sie und gegebenenfalls auch für Ihre Firma stehen. In diesem Falle muss sie sich in Ihre gesamte Geschäftsausstattung einfügen. Also sind Farbmodell, Logo, Schriftgestaltung und Layout, kurz, ihr Corporate Design gefragt. Diese Elemente sollten also bereits feststehen, bevor die erste Karte in den Druck geht. Und natürlich bevor Sie die erste Karte weitergeben. Denn unter Umständen hebt Ihr Gegenüber Ihre Karte sehr lange – und ich meine wirklich sehr lange auf.

Ein Streifzug durch die Geschichte lässt erahnen, warum eine überzeugende Gestaltung der Visitenkarte so wichtig ist.

Durch die Geschichte: Visiten-Karten als Zeichen von Lebensart

Johannes Gutenberg hatte bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts den modernen europäischen Buchdruck erfunden. Allerdings blieb es nicht lange bei Büchern. Mit dem Kupferstich war in dieser Epoche außerdem ein Tiefdruckverfahren entstanden. Die Druckereien entwickelten sich weiter und neben Büchern und Einzelblättern fanden nach und nach allerlei andere Druckerzeugnisse Verbreitung: Kalender, Flugschriften, Spielkarten, Besuchskarten, Notenblätter.

barocke Visitenkarte - die Anfänge
Eine der ältesten signierten Visitenkarten ist von 1674 und stammt von Thomas Blanchet (Quelle: Wikipedia)

Die Sitte, sich auf kleinen Karten kurze Nachrichten zukommen zu lassen, soll im 17. Jahrhundert im Umfeld europäischer Fürstenhöfe entstanden sein. Ihre Ursprünge verorten beispielsweise Franzosen und Deutsche wechselseitig an den Höfen des jeweils anderen Landes. Die höfische Etikette im Barock dürfte also wirklich einer der Ausgangspunkt der europäischen Visitenkarten-Tradition sein. Die Karten wurden mit der Zeit persönlicher. Manchmal wurden sie dem anderen auch als Erinnerungsstück überreicht (cartes souvenir) und konnten in dieser Funktion auch Bildnisse umfassen.

Ebenfalls in dieser Zeit wurden unter Lieferanten und Handwerkern sogenannte cartes d’adresse als Geschäftskarten üblich, die für Angaben zu den offerierten Leistungen, Produkten und natürlich für die Adressangaben genutzt wurden. Auch emblematische Darstellungen der Gewerbe gab es auf diesen Karten. Und die kann man als Vorgänger heutiger Logos auf den Karten ansehen.

Diese Geschäftskarten kamen genauso wie die cartes de visite in Frankreich aber zu Zeiten revolutionärer Umbrüche wieder außer Gebrauch. Erst später, Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie wieder wichtiger.

Die Visitenkarte als Ausweis guter Umgangsformen

Unter den Adligen und in besseren Kreises Europas nutzte man die Karten, um jemandem seine Aufwartung zu machen. Das heißt, man machte die nötigen Anstandsbesuche, kündigte seine Anwesenheit in der Stadt an, oder teilte mit, dass man sie zur Sommerfrische wieder verließ. Dafür nutzte man nicht unbedingt Karten, auf denen der eigene Name gedruckt war, sondern auch Rahmenkarten mit künstlerischen Motiven. Auf diesen Karten befanden sich unbedruckte Felder, in die man handschriftlich seinen Namen, kurze Botschaften oder feste Kürzel, wie p.f. oder p.p.c. eintrug. Die Kurzbotschaften konnten aus solchen Buchstabenkürzeln bestehen aber auch darin, die Karte auf eine bestimmte Art an den Ecken zu knicken.

Da das Gesellschaftsleben damals viele Höflichkeitsbesuche vorschrieb, konnten diese Kniffe zeigen, dass man tatsächlich persönlich vorstellig geworden war. Je nach geknickter Ecke oder Kante lautet die Botschaft anders: sie konnte über Ankunft, Abreise informieren, als Glückwunsch oder Beileidsbekundungen gelten. Oder eine Forderungen zum Duell übermitteln.

War der Betreffende jedoch anwesend, meldete die Dienerschaft den Besuch mit der oft auf einem Tablett liegenden Karte an. Dann wurde man vorgelassen – oder eben nicht.

Die Nutzung, die Gestaltung und auch die üblichen Formate der kleinen Karten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Die opulent dekorierten Karten im Barock wichen nach und nach solchen mit einfacherem Design. Spätestens ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelten sich die Vorlieben hin zu schlichter Eleganz. Der gedruckte Name auf dem Kärtchen setzte sich durch. Die Typographie wurde immer wichtiger.

Türöffner à la Rockford?

Bei den Visitenkarten und Geschäftskarten von heute vermischen sich nicht selten beide Funktionen. In der westlichen Welt haben sich die einst strikten Konventionen im Umgang mit Visitenkarten allmählich abgeschliffen. Meist dienen sie einfach dem Austausch von Adressen. Aber die Namens- und Adresskarten können den Überbringer immer noch als Funktionsträger einer bestimmten Firma oder Organisation ausweisen.

Aus amerikanischen Fernsehserien lernten wir, dass die richtige Visitenkarte nicht nur Tische in besonders gefragten Restaurants sichern, sondern auch Türen öffnen und bei der Informationsbeschaffung hilfreich sein könnte. Der Serienheld Detektiv Rockford benutzt dafür eine ganze Reihe falscher Karten, von denen er für jede Gelegenheit eine parat hat. Sein Geheimnis: er druckt sich die passende Visitenkarte in seinem Pontiac Firebird auf einem kleinen Drucker auf dem Beifahrersitz einfach selbst.

Wir sehen wohin die Reise geht. Ungefähr ab den 1990er Jahren ist der Druck privater Visitenkarten für alle erschwinglich geworden. Als Angehörigen einer bestimmten Gesellschaftsschicht weist die bloße Nutzung so niemanden mehr aus. Und die weite Verbreitung hat, wie so oft, zu zahlreichen Moden und Hypes geführt.

Die sorgfältig und individuell gestaltete Visitenkarte: eine lohnende Investition

Eines nämlich ist stets gleich geblieben: Die Visitenkarte ist ein Mittel der Selbstdarstellung und der Eigenwerbung, das den Ruf in besonderem Maß und nachhaltig positiv wie negativ beeinflussen kann. Nicht umsonst sagt man häufig, etwas sei die Visitenkarte einer Sache: Das Schaufenster sei die Visitenkarte des Ladens, der Vorgarten die des Hauses, der Bahnhof die der Stadt etc.
Die Visitenkarte steht also sinnbildlich für jene Dinge, die einen ersten aber bleibenden Eindruck hinterlassen. Heute wie damals.

Social-Media-Kampagnen

Kampagnen mit Konzept – auch in Social Media

Sie planen eine Kampagne auf Twitter, Instagram oder anderen Plattformen und brauchen Unterstützung?

Fahne mit Symbol für Social Media
Flagge zeigen in Social Media

Loingos Grundsätze für gute Kommunikation in Social Media: Klarheit, Transparenz, Schönheit

Loingo hat sich auch in diesem Bereich seinen Überzeugungen verschrieben, was gute Kommunikation ausmacht: Klarheit, Transparenz, Schönheit. Um dem gerecht zu werden, ist auch in diesem Fall ein gewisses Maß an strategischen Vorüberlegungen, Planung und Konzeption selbstverständlich – vor allem wenn eine ganze Kampagne ansteht.

Viele sind bereits auf den gängigen Plattformen der Social Media vertreten. Das Profil auf Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest gehört ja eigentlich schon fast zum Standard. Manche verzichten sogar auf eine eigene Website und begnügen sich mit einer Facebook-Seite. Alles wirkt casual, die Ansprache ist persönlich. Die Bedienbarkeit ist niederschwelling.

Doch sogar professionelle Profile von Firmen oder Institutionen wie Museen und Theatern in den Social Media machen manchmal doch nur den Eindruck unkoordinierter Herumposterei.

Sie wollen es besser machen?
Erste SchritteKampagnenzieleZielgruppenPersonasPlattformen

Was wir für Sie tun können

Womit anfangen? Erste Schritte für eine erfolgreiche Social-Media-Kampagne

Vorbereitung einer Social-Media-Kampagne: Gibt es Vorgaben und Rahmenbedingungen aus einer übergeordneten Firmenstrategie oder Marketing-Strategie? Wenn ja, sollten die bei der Konzeption und Planung unserer Social-Media-Kampagne unbedingt konkret und früh als Ausgangspunkt festgehalten werden. So lässt sich klären, welchen Platz die Kommunikation über Facebook, Twitter & Co im Marketing-Mix in Zukunft einnehmen soll. Auch ein paar Dos und Dont’s können daraus resultieren.

Wir wissen also nun, wo wir stehen. Und was wir tun und lassen sollten.

Konkret gesucht: Ziele und Metriken

Kampagnenziele: SMART sollten sie sein

Die Frage “Soll Ihre Kampagne erfolgreich sein?” wird jeder bejahen. Aber woher wissen wir, was das bedeutet? Denn natürlich kann man über Erfolg oder Misserfolg einer Social-Media-Kampagne nur entscheiden, wenn man sich konkrete Ziele gesetzt hat und diese auch messbar sind.

Am Anfang der konkreteren Kampagnenplanung steht also die Festlegung von Zielen und Metriken. Die Ziele sollten SMART sein. Das bedeutet: Die Ziele einer Social-Media-Kampagne sind spezifisch, messbar, erreichbar (achievable), realistisch und zeitbezogen (time-based).

Kampagnenziele lassen sich dabei in 4 Hauptfelder unterteilen:

  1. Bekanntheitsgrad und Aufmerksamkeit steigern (raising awareness)
  2. Auslösen von Nutzerhandlungen (call for action)
  3. Zahl der Besucher und Seitenaufrufe steigern (boosting traffic)
  4. Aufbau von Kundenbeziehungen (developping a connection)

Die Ziele sind festgelegt und klar formuliert. Jetzt geht es an die Planung und Erstellung der konkreten Inhalte. Jetzt ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen.

Checkliste

  • alle Beteiligten verstehen die Ziele und Aktivitäten
  • alle Aktivitäten dienen dem gleichen Ziel
  • der Plan ist auf vorhandene Ressourcen abgestimmt

Die Zielgruppe kennen

An wen richtet sich die Kampagne? Es ist gut, das zu wissen. Und zwar bestenfalls bevor man die konkreten Maßnahmen plant und entscheidet, was wo und wann veröffentlicht werden soll. Wir werden nun versuchen, unsere potenziellen Zielgruppen so gut wie möglich kennenzulernen und einzugrenzen.
Zu Beginn kann dieser Prozess eine Mischung aus Entscheidung, Recherche und Analyse sein. Und einige Vorgaben resultieren auch hier aus der allgemeinen Geschäftsstrategie, zu der die Social-Media-Kampagne schließlich passen muss.

Haben wir zum Beispiel ein Produkt, das vor allem für junge Eltern interessant ist, können wir uns von diesem Ausgangspunkt zu detaillierten Beschreibungen voranarbeiten. Am besten ist es natürlich, wenn man sich dabei auf gesicherte Erkenntnisse und eine solide Datenbasis stützen kann. Das ist ein sehr komplexes Feld. Denn schließlich sind wir alle Individuen mit sehr vielen unterschiedlichen Eigenschaften.

Reden wir über Zielgruppen

Was ist das eigentlich – eine Zielgruppe? Die Personen einer Zielgruppe – so wie wir sie für unsere Kampagnen definieren – haben bestimmte demografische oder verhaltensbezogene Merkmale gemeinsam. Das können konkrete Merkmale sein, wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildungsstand, Beruf oder Wohnort. Es kann um die Lebensphase unserer Zielgruppe gehen. Richten wir uns z. B. Studienanfänger, an Berufseinsteiger, junge Eltern oder an Rentner? Auch der Lebensstil kann ein wichtiger Aspekt sein, wenn wir unsere Kampagne ausrichten.

Symbolbild Social Media
Bei der Formulierung von Personas sollte man sehr konkret werden.

Der Trick mit der Persona

Zahlen sind abstrakt. Wenn wir bei unseren Recherchen erfahren, dass 40% unserer Zielgruppe dieses oder jenes tun, 20% es aber lassen, haben wir womöglich ein interessantes Gesprächsthema für die nächste Stehparty.
Um gezielt wirklich ansprechende Inhalte für das Zielpublikum zu gestalten, kann man aber noch zu einem kleinen Trick greifen: Wir denken uns eine oder mehrere sogenannte Personas aus. Wir geben der Persona einen Namen und beschreiben sie wie einen richtigen Menschen aus Fleisch und Blut. In der Beschreibung kommen natürlich die wichtigsten biografischen Daten vor: Alter, Geschlecht, Wohnort, Beruf usw. Aber zu einer Persona gehören auch die Wünsche, die Probleme unserer gedachten Person und vielleicht noch ein bisschen mehr: ist sie introvertiert oder geht gern auf Partys? Interessiert sie sich für Technik? Kauft sie Klamotten online oder lieber exklusiv in ihrer Lieblingsboutique?

Wozu das Ganze?

Mit unserer Kampagne müssen wir jeden einzelnen Nutzer überzeugen, damit er uns uns seine Zeit schenkt. Das sollte uns immer klar sein. Überzeugende Inhalte entstehen eher, wenn man sich einstimmt, als würde man sich nur an eine einzelne Person wenden. Deshalb sind Personas so hilfreich. Sie machen unser Gegenüber für uns greifbar.

Denn es ist leichter, sich nur an einen Menschen zu wenden anstatt an eine diffuse Zielgruppe zwischen 20 und 45, die zu 50% in der Stadt oder im Speckgürtel wohnt und über die man bestimmte statistische Erkenntnisse gewonnen hat. Sogar wenn er nur fiktiv ist. Es ist leichter zu vorauszusehen, ob eine Maßnahme funktionieren wird oder nicht. Und wir entgehen auf diese Weise leichter der Versuchung, die Dinge nur aus unserem eigenen Blickwinkel zu betrachten.

Plattformen für unsere Social-Media-Kampagne

Wo sind die mit unseren Personas beschriebenen Zielgruppen anzutreffen? In der Regel gibt es bereits Daten darüber, wie hoch der Anteil der Zielgruppe ist, die die jeweiligen Plattformen nutzen. Das heißt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, seine Zielgruppe auf den unterschiedlichen Plattformen auch antreffen zu können. Den Schwerpunkt legen wir also zunächst auf die für unsere Personas relevantesten Plattformen. Nach einer Weile sollte man das aber evaluieren.

Nach der Entscheidung für bestimmte Plattformen: Timing ist alles

Es gibt Empfehlungen für die einzelnen Plattformen. Aus denen lassen sich die besten Zeiten für Beiträge zu bestimmten Themen ableiten. An diesen Empfehlungen kann man sich orientieren. Auch hier ist die Auswertung eigener Beobachtungen aber sinnvoll. Eventuell ist eine Anpassung an die eigene Region und das eigene Publikum nach einiger Zeit sinnvoll.

Social Media: Inhalt punktet

Wir haben unsere Kampagnen-Ziele und Metriken festgelegt. Wir haben die Ausrichtung auf ein bestimmtes Zielpublikum und konkrete Personas formuliert. Außerdem haben wir einen Zeitrahmen und die bevorzugten Zeiten für unsere Beiträge definiert. Nun können wir uns daran machen, die einzelnen Posts zu planen und zu schreiben. Können wir aus schon vorhandenen Inhalten auswählen? Welche Inhalte fehlen noch? Welche interaktiven Elemente können wir nutzen? Müssen Fotos, Videos und Texte erstellt werden? Passen sie zusammen? Denn bestenfalls entsteht durch die Abfolge der Veröffentlichungen ein Spannungsbogen und sie bilden eine Art Erzählung. Aber das ist ein umfangreiches Thema und reicht für einen eigenen Beitrag.